Dreizehnte Etappe: Vom Eidfjord bis Mjonøy Camping

Der Tag beginnt mit einem kurzen Abstecher zum Vøringsfossen. Schon von weitem hört man die Wassermassen, bevor sich plötzlich dieser riesige Wasserfall vor einem öffnet. Das Wasser stürzt fast 200 Meter in die Tiefe und die Aussicht von den Plattformen ist wirklich beeindruckend. Besonders am Morgen liegt noch eine gewisse Ruhe über dem Tal, bevor die ersten Reisebusse ankommen.

Auf dem Weg durch die kleinen Orte fällt uns schnell etwas auf: Überall Menschen in festlicher Kleidung und traditionellen Trachten. Kinder, Familien und ganze Gruppen laufen geschniegelt durch die Straßen, viele tragen stolz ihre Bunads – die traditionellen norwegischen Trachten. Der Grund dafür ist der 17. Mai, Norwegens Nationalfeiertag.

Anders als in vielen anderen Ländern steht hier nicht Militär oder Politik im Mittelpunkt, sondern die Menschen selbst. Überall gibt es Paraden, Musik, Fahnen und Familienfeiern. Besonders Kinder spielen an diesem Tag eine große Rolle. Die Stimmung wirkt fröhlich, entspannt und unglaublich herzlich. Für uns ist es etwas ganz Besonderes, diesen Feiertag zufällig mitten auf unserer Reise mitzuerleben.

Danach geht es weiter über das Haukelifjell – und diese Strecke überrascht uns komplett. Obwohl längst Mai ist, liegt hier oben noch unfassbar viel Schnee. Teilweise türmen sich meterhohe Schneewände direkt neben der Straße auf. Durch die Sonne wirkt alles extrem hell, fast blendend weiß. An manchen Stellen tut das Licht in den Augen wirklich weh. Dazu diese riesige, offene Landschaft – es fühlt sich eher nach Hochwinter als nach Frühling an.

Am Abend erreichen wir schließlich Mjonøy Camping. Dort angekommen ist niemand mehr vor Ort. Also stellen wir uns einfach auf unseren gebuchten Platz, genießen die Ruhe nach diesem ereignisreichen Tag und fallen irgendwann ziemlich müde ins Bett.